Zypern

Republik Zypern

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Zy|pern; -s:
Inselstaat im Mittelmeer.

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Zypern,
 
 
 
Fläche: 9 251 km2
 
Einwohner: (2000) 757 000
 
Hauptstadt: Nikosia
 
Amtssprachen: Neugriechisch und Türkisch
 
 
Währung: 1 Zypern-Pfund (Z£) = 100 Cents (c)
 
Zeitzone: 1300 Nikosia = 1200 MEZ
 
amtliche Namen: neugriechisch Kypriakị Dimokratịa [ki-], türkisch Kɪbrɪs Cumhuriyeti ['kəbrɪs dʒʊm-], englisch Republic of Cyprus [rɪ'pʌblik əv 'saɪprəs], Insel im östlichen Mittelmeer, die 1960 als Republik selbstständig wurde und seit der Besetzung des Nordteils durch türkische Truppen 1974 zweigeteilt ist. Die Insel ist mit 9 251 km2 gut dreieinhalbmal so groß wie Luxemburg. Der von der Regierung kontrollierte Süden der Insel hat (2000) 757 000 Einwohner, im türkisch besetzten Nordteil leben etwa 160 000 Einwohner und außerdem etwa 30 000 Soldaten der türkischen Armee. Hauptstadt ist Nikosia. Amtssprachen sind Neugriechisch und Türkisch. Währung: 1 Zypern-Pfund (Z£) = 100 Cents (c), im türkisch besetzten Teil: 1 Türkisches Pfund/Türkische Lira (TL.) = 100 Kuruş (krş.). Zeitzone: Osteuropäische Zeit (1300 Nikosia = 1200 MEZ).
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der formal noch gültigen Verfassung vom 16. 8. 1960 ist Zypern eine präsidiale Republik mit zwei sich selbst verwaltenden Volksgruppen. De facto besteht Zypern jedoch aus zwei politisch, wirtschaftlich und verwaltungsmäßig getrennten Teilen, dem international anerkannten griechisch-zyprischen Südteil und dem türkisch-zyprischen Nordteil, der als Türkische Republik Nordzypern (Kuzey Kɪbrɪs Türk Cumhuriyeti; am 15. 11. 1983 proklamiert) nur von der Türkei anerkannt wird.
 
Griechisch-zyprischer Teil: Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutive (Regierungschef) ist der Präsident (auf fünf Jahre direkt gewählt). Er ernennt und entlässt die Mitglieder des Kabinetts. Die Legislative liegt beim Repräsentantenhaus (80 Abgeordnete, für fünf Jahre gewählt, davon 56 für den griechischen Bevölkerungsteil und 24 für die türkischen Zyprer [derzeit vakant]).
 
Türkisch-zyprischer Teil: Nach der Verfassung vom 5. 5. 1985 liegt die Legislative bei der Gesetzgebenden Versammlung (50 Abgeordnete, für fünf Jahre gewählt), die Exekutive bei der Regierung unter Vorsitz des Ministerpräsidenten. Der auf fünf Jahre direkt gewählte Präsident hat als Staatsoberhaupt im Wesentlichen Repräsentations- und außenpolitische Vertretungsfunktionen.
 
Parteien:
 
Einflussreichste Parteien im griechisch-zyprischen Teil sind die Fortschrittspartei des werktätigen Volkes (AKEL, gegründet 1941, linkssozialistisch), die Demokratische Sammlung (DISY, gegründet 1976, liberalkonservativ), die Demokratische Partei (DIKO, gegründet 1976, linksliberal) und die Demokratischen Sozialisten (KISOS).
 
Das breit gefächerte Parteienspektrum im türkisch-zyprischen Teil wird von vier Parteien dominiert, der Nationalen Einheitspartei (UBP, gegründet 1975, konservativ-nationalistisch), der Demokratischen Partei (DP, gegründet 1992 als Abspaltung von der UBP), der Kommunalen Befreiungspartei (TKP, gegründet 1976, linksliberal-nationalistisch) und der Republikanischen Türkischen Partei (CTP, gegründet 1970, linkssozialistisch).
 
 
Das Wappen zeigt auf einem von Olivenblättern umgebenen goldenen Schild eine weiße Taube mit einem grünen Olivenzweig im Schnabel, darunter die Jahreszahl 1960, die an das Jahr der Erlangung der Unabhängigkeit erinnert.
 
Nationalfeiertage:
 
1. Oktober.
 
 
Beide Teile der Insel werden getrennt verwaltet; der Süden ist in vier, der Norden in zwei Bezirke untergliedert.
 
 
Das Recht beruht im Wesentlichen auf englischem Common Law und der Equity. Im Verwaltungsrecht werden Grundsätze französischen und deutschen Rechts angewandt. Zypern besitzt einen Obersten Gerichtshof als höchste Instanz. Sein Präsident und seine Richter bilden zugleich den Obersten Justizrat des Landes, der für die Ernennung der Richter der nachgeordneten ordentlichen Gerichtsbarkeit zuständig ist. Untere Instanzen sind Assisen- und Bezirksgerichte. Außerdem gibt es für die Rechtsprechung in Ehesachen sieben Kirchengerichte der griechisch-orthodoxen Kirche.
 
Im türkisch-zyprischen Teil wurde als oberstes Gericht ein Oberster Gerichtshof installiert; er ist Verfassungsgericht, Appellations- und Oberstes Verwaltungsgericht. Nachgeordnete Gerichte sind Assisen-, Bezirks- und Familiengerichte. Ein Oberster Justizrat, gebildet aus dem Präsidenten und den Richtern des Obersten Gerichtshofs sowie ernannten Mitgliedern, ist für Richterernennungen u. Ä. zuständig.
 
 
Die Gesamtstärke der griechisch-zyprischen Wehrpflichtarmee (Cyprus National Guard; Dienstzeit 26 Monate) beträgt rd. 10 000 Mann, hinzu kommen etwa 3 000 Mann paramilitärischer Polizeitruppen. Gegliedert ist die Armee in eine Panzerbrigade, 13 Infanterie- und sieben Artilleriebataillone. Die Ausrüstung umfasst neben leichten Waffen etwa 50 Kampfpanzer aus französischer Produktion (AMX-30).
 
Die türkisch-zyprischen Streitkräfte im Nordteil der Insel umfassen rd. 4 500 Mann (sieben Infanteriebataillone), die Wehrpflicht beträgt hier 24 Monate. Die ausländischen Truppen auf Zypern setzen sich zusammen aus rd. 1 000 Mann der griechischen Armee, 4 200 Soldaten aus Großbritannien sowie - im Nordteil - 30 000 Angehörigen der türkischen Armee; die UN-Friedenstruppen sind mit 1 240 Mann stationiert.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Zypern, die drittgrößte Insel des Mittelmeers (nach Sizilien und Sardinien), liegt 65 km von der Südküste Kleinasiens entfernt und ist hinsichtlich Geschichte und Kultur ein Bindeglied zwischen Europa und Asien. Von Kap Arnauti (Kap Akamas) im Westen bis zum Andreaskloster im Osten der Halbinsel Karpasia beträgt die größte Längserstreckung der Insel 225 km, in Nord-Süd-Erstreckung ihre größte Breite 96 km, die Länge der wenig gegliederten Küsten rd. 620 km. Im Norden erhebt sich steil hinter einer schmalen Küstenebene die aus jurassischen Kalken gefaltete und küstenparallel verlaufende Kyreniakette, die im Kyparisso 1 024 m über dem Meeresspiegel erreicht. Das Innere des südwestlichen Inselteils nimmt das im mittleren Tertiär aufgewölbte, im Kern aus basischen und ultrabasaltischen Gesteinen (Erz führende Ophiolithe: Gabbro und Serpentinit) bestehende Gebirge Troodos ein, in dem der Olympos der höchste Berg der Insel ist (1 951 m über dem Meeresspiegel). Dem Troodos ist im Süden und Westen ein aus miozänen Mergeln gebildetes Bruchschollenland vorgelagert. Zwischen der Kyreniakette im Norden und dem Troodos erstreckt sich von der Morphubucht bis zur Famagustabucht eine große Ebene, die Mesaoria, in früheren Zeiten das landwirtschaftliche Hauptanbaugebiet Zyperns.
 
 
Zypern hat ein typisch mediterranes Klima mit heißen Sommern (mittlere Julitemperatur in Nikosia 29 ºC, im Troodos 22 ºC) und milden, feuchten Wintern (mittlere Januartemperatur in Nikosia 10 ºC, im Gebirge um 3 ºC). Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt 480 mm, bei großen jährlichen Schwankungen; im Troodos erreichen die winterlichen Niederschlagsmengen bis 1 000 mm und fallen in den höheren Lagen als Schnee (zum Teil bis ins Frühjahr Wintersport). Die Flüsse führen nur im Winter Wasser.
 
 
Heute sind Macchie (im Westen) und Garigue die am weitesten verbreiteten Pflanzengesellschaften der Hügelländer. Die Gebirge sind in weiten Teilen wieder aufgeforstet; wichtigste Baumarten sind die Aleppokiefer und in Höhenlagen oberhalb von 1 600 m über dem Meeresspiegel die Troodos-Zypresse; bis 1 700 m über dem Meeresspiegel wachsen im Westen Zedern (die natürlichen Zedernwälder waren bis in die 1920er-Jahre fast ganz abgeholzt).
 
 
Bei der Gründung 1960 zählte die Republik Zypern 573 600 Einwohner, von denen 77 % Griechen (441 700) und 18 % Türken (104 900) waren, die sich zerstreut über die Insel verteilten. Infolge des Krieges von 1974 hat sich durch Flucht, Vertreibung und Umsiedlungen das Muster der Bevölkerungsverteilung völlig verändert. Rd. 160 000 griechische Zyprer aus dem türkisch besetzten Norden mussten im Süden der Insel untergebracht werden, rd. 50 000 türkische Zyprer wurden in den Norden umgesiedelt. Umstritten ist die Zahl der aus der Türkei in den Norden der Insel gezogenen »Siedler«, die vermutlich zwischen 50 000 und 85 000 liegt. Da viele türkische Zyprer in den letzten Jahren emigriert sind, ist das bevölkerungspolitische Gewicht dieser Siedler relativ groß. Die gesamte Einwohnerzahl Nordzyperns betrug 1990 etwa 160 000, der Zensus 1992 im Süden der Insel erbrachte dort 615 000 Einwohner, die zu zwei Dritteln in städtischen Räumen leben.
 
 
Es besteht Religionsfreiheit. Die größte Glaubensgemeinschaft ist die autokephale orthodoxe Kirche von Zypern, der nahezu die gesamte griechisch-zyprische Bevölkerung angehört, womit sie über drei Viertel der Gesamtbevölkerung umfasst. Sie wird vom »Erzbischof von Neo Justiniana und ganz Zypern« (Sitz: Nikosia) als ihrem Ersthierarchen geleitet und führt ihren Ursprung im Anschluss an Apostelgeschichte 13, 1 ff. auf die Missionstätigkeit des Apostels Paulus und seines Begleiters Barnabas zurück. Rd. 4 % der Bevölkerung gehören anderen christlichen Kirchen an: über 2 % der armenischen Kirche, über 1 % der katholischen Kirche (fast ausschließlich Maroniten), rd. 0,4 % der anglikanischen Kirche (Provinz Jerusalem und Mittlerer Osten), die übrigen zahlenmäßig verschwindenden evangelischen (pfingstlerischen) Gemeinschaften. - Die türkischen Zyprer bekennen sich nahezu vollständig zum sunnitischen Islam (überwiegend der hanefitischen Rechtsschule), der durch ein eigenes geistliches Oberhaupt mit Sitz in Nikosia repräsentiert wird. - Die Existenz einer jüdischen Gemeinde ist erstmals im 1. Jahrhundert n. Chr. belegt; heute leben nur noch wenige Juden auf Zypern.
 
 
Das Schulwesen wird in beiden Teilen Zyperns vom jeweiligen Erziehungsministerium kontrolliert. Im griechisch-zyprischen Teil besteht neunjährige Schulpflicht bei unentgeltlichem Unterricht. Die Primarschule (Einschulungsalter fünfeinhalb Jahre) umfasst sechs Jahre. Nach der dreijährigen Sekundarstufe I (Gymnasium) können das Lyzeum (Lykeion, fünf Typen: klassisch, naturwissenschaftlich, Wirtschaft, Handel, moderne Fremdsprachen) oder, ebenfalls dreijährig, eine technisch-berufliche Schule besucht werden. Im türkisch-zyprischen Teil umfasst die Primarschule (Einschulungsalter sieben Jahre) sechs Jahre und die Sekundarstufe vier Jahre. Beide sind gebührenfrei und unterliegen der Schulpflicht. Daran schließen sich ein Gymnasium oder eine Berufsschule an. Zu den größten Hochschuleinrichtungen gehört neben der Near University (gegründet 1988) im türkischen Teil von Nikosia die Eastern Mediterranean University (gegründet 1979) in Famagusta. Die Analphabetenquote beträgt 4,1 %.
 
 
Es erscheinen elf griechische und sieben türkische Tageszeitungen (im griechisch- beziehungsweise türkisch-zyprischen Teil von Nikosia); die auflagenstärksten sind die griechischen Blätter »Fileleftheros« (Auflage: 27 000), »Simerini« (13 000), »Alithia« und »Apogevmatini« (beide 10 000) sowie die türkisch »Kɪbrɪs« (13 000) und »Halkɪn Sesi« (6 000). Nachrichtenagenturen sind die »Cyprus News Agency« (gegründet 1976) sowie für den türkisch-zyprischen Teil »Kuzey Kɪbrɪs Haber Ajansɪ« (gegründet 1977) und »Türk Ajansɪ Kɪbrɪs« (TAK, gegründet 1973). Die öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft »Cyprus Broadcasting Corporation« (CyBC) im griechisch-zyprischen Teil strahlt drei Hörfunk- und zwei Fernsehprogramme aus; daneben gibt es 27 lizenzierte kleinere private Hörfunksender. Außerdem können über Satellit Fernsehprogramme aus Griechenland empfangen werden. In Nordzypern überträgt die türkisch-zyprische unabhängige Rundfunkanstalt »Bayrak Radio and TV Corp.« (BRTK) mehrere Hörfunk- und neun Fernsehprogramme, ferner sendet der türkische Sender TRT zwei Fernsehprogramme.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Die Trennung Zyperns in einen türkischen Nord- und einen griechischen Südteil hat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung stark beeinträchtigt. Im Süden des Landes stieg 1976-96 das Bruttosozialprodukt (BSP) je Einwohner jedoch wieder auf das Zweieinhalbfache und lag 1997 bei 13 524 US-$. Die Inflationsrate lag 1996 bei 3 %. Mit dieser Inflationsrate erfüllt Zypern ein Kriterium des Maastrichter Vertrages für die EU-Mitgliedschaft ebenso wie bezüglich seiner Verschuldung, die mit (1996) 54,2 % des Bruttoinlandprodukts (BIP) deutlich unter dem gesetzten Limit von 60 % liegt.
 
 
Der Stellenwert der Landwirtschaft ist im türkischen Norden noch deutlich höher als im S. Im griechisch-zyprischen Landesteil arbeiteten (1996) 9,6 % der Erwerbstätigen im Agrarbereich (Anteil des BIP, 1996: 4,9 %), im türkisch-zyprischen Teil (1995) 23 % (BIP-Anteil 1985: rd. 25 %). Wichtigste Anbaupflanzen sind Kartoffeln, Weizen, Gerste und Zitrusfrüchte, im südlichen Landesteil auch Weintrauben auf einer Rebfläche von 24 000 ha, Produktion rd. 415 000 hl jährlich, zu 80 % Rotwein. Während Getreide v. a. in der Mesaoria, der zentralen Ebene, angebaut wird, konzentrieren sich die Zitruskulturen auf die Regionen Morphu an der Nordküste und Limassol an der Südküste. Die meisten Rebflächen befinden sich in den südlichen und östlichen Troodos-Vorbergen. Insgesamt überwiegen kleinbäuerliche Betriebe.
 
 
Der schon in vorgeschichtlicher Zeit betriebene Bergbau auf Pyrit und Kupfer wurde wegen Erschöpfung der Lagerstätten eingestellt und auch der Asbestabbau aufgegeben.
 
 
Die Energiewirtschaft ist auf die Einfuhr von Erdöl angewiesen.
 
 
Der produzierende Sektor trug (1996) 23,8 % zur Entstehung des BIP bei und bot 16 % der Erwerbstätigen im südlichen Landesteil Beschäftigung. Vor der Teilung war das verarbeitende Gewerbe auf die Städte Nikosia und Famagusta konzentriert, die nun im türkisch-zyprischen Landesteil liegen. Im griechisch-zyprischen Teil sind die Hafenstädte Limassol und Larnaka Hauptgewerbestandorte. Dort sind das Textil- und Nahrungsmittelgewerbe sowie die pharmazeutische Industrie die wichtigsten Branchen. Der griechische Südteil der Insel entwickelt sich zunehmend zu einem Offshorezentrum.
 
 
Im griechisch-zyprischen Landesteil ist der Tourismus wichtigste Devisenquelle (BIP-Anteil 1997: rd. 9 %). 1996 kamen 1,95 Mio. ausländische Besucher hierher, v. a. aus Großbritannien (37 %), Finnland, Schweden, Deutschland. Die Städte Limassol, Larnaka und Paphos sind die wichtigsten Tourismus- und Konferenzzentren. Trotz fehlender internationaler Anerkennung ist auch im türkisch-zyprischen Landesteil der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Da hier keine internationalen Fluggesellschaften landen, wurden die Seeverbindungen zur Türkei verbessert. Von den (1995) 386 000 ausländischen Gästen kamen rd. 80 % aus der Türkei.
 
 
Seit 1975 hat sich im griechisch-zyprischen Landesteil das Außenhandelsdefizit ständig vergrößert (Einfuhrwert 1996: 3,9 Mrd. US-$; Ausfuhrwert: 1,4 Mrd. US-$). Wichtigste Ausfuhrwaren sind Textilien, Schuhe, Papierwaren, Zigaretten, Kartoffeln und Zitrusfrüchte. Wichtigste Handelspartner sind Großbritannien, Frankreich, Libanon, Saudi-Arabien, Japan, Italien und Deutschland. Bei den türkisch-zyprischen Ausfuhrwaren sind Nahrungsmittel, v. a. Zitrusfrüchte, der wichtigste Einzelposten. Die Türkei und Großbritannien sind die dominierenden Handelspartner.
 
Verkehr:
 
Das durch die Demarkationslinie getrennte Straßennetz ist nur noch an wenigen Stellen verknüpft. Im griechisch-zyprischen Teil sind etwa 57 % der 10 400 Straßenkilometer asphaltiert. Eisenbahnen gibt es nicht. Vor der Teilung war Famagusta Haupthafen der Insel. Diese Rolle haben nunmehr die an der Südküste liegenden Hafenstädte Limassol und Larnaka übernommen. Im türkisch-zyprischen Teil ist neben Famagusta noch die an der Nordküste liegende Hafenstadt Kyrenia zu nennen. Die meisten der (1996) auf Zypern registrierten 2 733 Schiffe mit insgesamt 26,1 Mio. BRT gehören zu den Billigflaggen. Der internationale Flughafen von Nikosia, der bis zur Teilung ein Hauptanflugpunkt im östlichen Mittelmeer war, ist seit 1974 geschlossen. Im griechisch-zyprischen Teil entstanden die internationalen Flughäfen Larnaka und Paphos.
 
 
Vorgeschichte, Altertum
 
und byzantinische Zeit: Aufgrund ihrer geographischen Lage berühren sich auf der Insel Zypern (griechisch Kỵpros, in hethitischen, akkadischen und ägyptischen Zeugnissen Alasia, Alaschija, in spätassyrisch Jadnana, hebräisch Kittim, nach der phönikischen Stadt Kition) seit jeher die kulturellen und politischen Strömungen Europas und des Orients. 1993 entdeckten Archäologen auf der Südseite der Insel über 1 000 Steinwerkzeuge und zahlreiche Knochenfragmente (Zwergflusspferd, -elefant, Vögel), deren Alter auf 10 500 Jahre bestimmt wurde. Die jungsteinzeitlichen (ab dem 7./6. Jahrtausend v. Chr.) und die chalkolithischen (3000-2300 v. Chr.) Zeugnisse sind verhältnismäßig eigenständig. Seit dem Chalkolithikum (Kupferzeit) ist die Entwicklung Zyperns durch den Kupferabbau (u. a. in Kalavassos) bestimmt. Seit Beginn der Bronzezeit (um 2300 v. Chr.) vermittelte die Insel zwischen Griechenland, Kleinasien, Mesopotamien und Syrien, dessen Einfluss in der mittleren Bronzezeit überwog, und Ägypten. Unter dem Einfluss der kretischen Linearschriften kam es zur Ausbildung der kyprominoischen Schriften, später der kyprischen Silbenschrift. Erste Städte, wie Enkomi und Palaipaphos (Paphos), wurden gegründet. In der ausgehenden Bronzezeit (um 1200 v. Chr.) gehörte Zypern zum Reich der Hethiter.
 
Während der Seevölkerbewegung wurden zahlreiche Städte zerstört. In der Folgezeit (seit dem 12. Jahrhundert v. Chr.) gelangten Kolonisten aus Griechenland und der Ägäis (Achaier) und später Griechen aus Kleinasien nach Zypern (im 11. Jahrhundert Gründung von Salamis an der Ostküste). Phöniker siedelten besonders an der Südküste der Insel (u. a. in Kition, heute Larnaka). Die Poleis (Burgsiedlungen) wurden von Stadtkönigen beherrscht. Seit dem Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. gerieten sie in wechselnde Abhängigkeit von Assyrien, Ägypten (Mitte 6. Jahrhundert) und Persien. Nur König Euagoras I. von Salamis (411-374 v. Chr.) vermochte für etwa 20 Jahre zwischen den Großmächten zu vermitteln und seine eigene Stellung zu stärken. Schließlich sicherte der Anschluss Zyperns an das makedonische Reich Alexanders des Großen (332 v. Chr.) die Unabhängigkeit aller Stadtfürsten von Persien. In den Auseinandersetzungen um die Nachfolge Alexanders des Großen fiel Zypern 294 v. Chr. an das ptolemäische Ägypten. Das Zentrum der erst im 2./1. Jahrhundert v. Chr. völlig hellenisierten Insel lag an der Südküste, ursprünglich in Palaipaphos, das um 300 v. Chr. nach Nordwesten verlegt wurde (Neapaphos).
 
Im Zuge des Aufstiegs zur Mittelmeermacht annektierte Rom 58 v. Chr. Zypern, das 27 v. Chr. kaiserliche, 22 v. Chr. senatorische Provinz wurde. Unter römischer Herrschaft erreichte die wirtschaftliche Entwicklung der Insel einen Höhepunkt; 45 n. Chr. wurde Zypern durch die Missionsreise des Apostels Paulus und seines Begleiters Barnabas (der aus Zypern stammte) zu einem der ersten christlichen Missionsgebiete. Die Juden Zyperns wurden nach Aufständen gegen die römische Herrschaft zwischen 115 und 117 getötet oder verschleppt. Um 325 hatte Zypern bereits drei Bischofssitze. Nach der Teilung des Römischen Reiches (395) gehörte Zypern zum Oströmischen (Byzantinischen) Reich. Salamis wurde als Constantia Provinzhauptstadt und kirchliche Metropole. Die Autokephalie der zyprischen Kirche ist seit dem Konzil von Ephesos (431) anerkannt. 649 begannen arabisch-islamische Flottenexpeditionen gegen die als byzantinische Grenzbastion dienende Insel. Erst 965 konnte Byzanz seine Herrschaft wieder festigen.
 
Kreuzfahrerzeit:
 
1184/85 errichtete Isaak Komnenos, ein Verwandter von Kaiser Alexios II., eine vom Byzantinischen Reich unabhängige Herrschaft auf Zypern. 1191 eroberte Richard I. Löwenherz die Insel, mit der er 1192 Guido von Lusignan belehnte. Guidos Nachfolger Amalrich II., seit 1195 Lehensmann des deutschen Kaisers Heinrich VI., wurde 1197 in Nikosia gekrönt. Während des 5. Kreuzzuges landete Kaiser Friedrich II. 1228 auf Zypern, seine Truppen wurden aber 1233 von den Lusignan besiegt.
 
Der Deutsche Orden erhielt Häuser auf Zypern und Zollfreiheit für die ganze Insel. Unter den Lusignan wurde Zypern als Kreuzfahrerstaat dem Abendland geöffnet (u. a. gotische Bauten in Nikosia und Famagusta). - Seit der islamischen Eroberung von Akkon 1291 war Zypern als letzter Kreuzfahrerstaat Stützpunkt des Orienthandels der italienischen Seestädte. König Peter I. (1359-69) griff auf die kleinasiatische Küste über, um 1368 die Nachfolge des christlichen Königtums Armenien anzutreten; er übernahm dessen Handelsbeziehungen bis in das Mongolenreich. Die Handelsmetropole Famagusta wurde 1373 von Genua besetzt, 1382 formal abgetreten und kam erst 1464 an die Lusignan zurück. 1369-1489 war die Insel zwischen Ägypten, Genua und Venedig umkämpft. Die Überbrückung der sozialen und geistigen Kluft zu den einheimischen Griechen gelang weder den Kreuzfahrern noch den Venezianern, die die Witwe des letzten Lusignan, die Venezianerin Caterina Cornaro, 1489 zur Abdankung und zur Abtretung der Insel an Venedig zwangen. Die Türken wurden als Befreier begrüßt, als sie 1570 Nikosia eroberten. Als letzter venezianischer Stützpunkt fiel 1571 Famagusta.
 
 
und britische Herrschaft: Unter türkischer Herrschaft wurden die Kirchen der vertriebenen »Lateiner« in Moscheen umgewandelt, die der Griechen geduldet. Das religiöse Oberhaupt (Erzbischof von Zypern, nun wieder in Nikosia) wurde als Sprecher (Ethnarch) der griechischen Bevölkerung anerkannt, aber auch für ihr Wohlverhalten, etwa beim Übergreifen von Freiheitsbewegungen aus Griechenland 1821, verantwortlich gemacht. Türkische Soldaten, später auch Türken aus Kleinasien, wurden in Zypern angesiedelt und bildeten gegenüber der griechischen Mehrheit ein geschlossenes Bevölkerungselement.
 
Als Zypern durch den Bau des Suezkanals neue strategische Bedeutung erlangte, übernahm Großbritannien im Rahmen eines am 4. 6. 1878 geschlossenen Garantieabkommens, das dem Osmanischen Reich britischen militärischen Schutz gegen die Expansionspolitik Russlands v. a. auf dem Balkan zusicherte, die Verwaltung der Insel, die damals einen wirtschaftlichen Aufschwung nahm. 1914, als die Türkei aufseiten der Mittelmächte in den Krieg trat, wurde Zypern von Großbritannien annektiert und 1925 in eine britische Kronkolonie umgewandelt.
 
Die Bestrebungen der griechischen Zyprer, Zypern mit Griechenland zu vereinigen (Enosis, deutsch Vereinigung), führten 1931 zu einem Aufstand und lösten nach dem Zweiten Weltkrieg Unruhen und Terrorakte aus. In Anknüpfung an die Tradition des Ethnarchen übernahm Erzbischof Makarios III. die politische Führung der griechischen Zyprer. 1950 organisierte er unter ihnen eine Volksabstimmung, in der sie sich mit 95,7 % für den Anschluss der Insel an Griechenland aussprachen. 1955 begann die griechisch-zyprische Untergrundarmee E. O. K. A. unter General G. Grivas einen Untergrundkrieg gegen die britische Kolonialmacht; dabei kam es auch zu Kämpfen mit der türkisch-zyprischen Minderheit, die mit der »Türkischen Verteidigungsorganisation« (»Türk Mudafa Teskilat«, Abkürzung TMT) ebenfalls eine Kampforganisation gründete. Unter dem Vorwurf einer Unterstützung des Terrorismus wurde Makarios 1956 auf die Seychellen verbannt (Rückkehr nach Zypern 1957). Nach mehrjährigen Verhandlungen beschlossen Griechenland und die Türkei, Schutzmacht ihrer jeweiligen Volksgruppe auf Zypern, sowie Großbritannien im Zypernabkommen vom 19. 2. 1959 (Londoner Konferenzen und Vereinbarungen 14), die Insel auf der Basis einer Präsidialverfassung in die Unabhängigkeit zu entlassen. Das Abkommen legte die Stationierung griechischer und türkischer Truppen fest; Großbritannien sicherte sich die Hoheitsrechte über zwei militärische Stützpunkte (Akrotiri und Dhekelia).
 
Das unabhängige Zypern:
 
Am 16. 8. 1960 erfolgte die Proklamation der Unabhängigkeit Zyperns, das noch im selben Jahr Mitglied der UNO wurde und im März 1961 dem Commonwealth beitrat. Staatspräsident wurde Erzbischof Makarios III., Vizepräsident Fazil Küçük (* 1906, ✝ 1984), ein Repräsentant der türkisch-zyprischen Minderheit. - Nachdem Makarios das (verfassungsmäßig garantierte) Proporzsystem hinsichtlich Regierung und Verwaltung entsprechend dem Bevölkerungsanteil (70 : 30) zugunsten der griechischen Bevölkerungsmehrheit ändern wollte, brachen am 21. 12. 1963 bürgerkriegsähnliche Kämpfe zwischen den Volksgruppen der Griechen und Türken aus (daraufhin Austritt der türkischen Vertreter aus der Regierung und Rückzug der vertriebenen oder geflohenen Zyperntürken in selbstverwaltete Enklaven, die in der Folgezeit von der nunmehr rein zyperngriechichen Regierung blockiert wurden); die Türkei drohte mit einer Intervention und forderte die Teilung der Insel. Im März 1964 versuchte die UNO zu vermitteln und stationierte eine Friedenstruppe auf Zypern (United Nations Peace-Keeping Force in Cyprus, UNFICYP; Vereinte Nationen, Übersicht).
 
Seit etwa 1966 kam es zwischen General Grivas, der den Gedanken der Enosis weiterverfolgte, und Präsident Makarios, der nunmehr die Unabhängigkeit Zyperns stärker herausstellte, zu einem schweren Konflikt. Nach dem Militärputsch in Griechenland (April 1967) provozierte Grivas als Oberbefehlshaber der zyprischen Nationalgarde durch sein aggressives Vorgehen im November 1967 neue Zusammenstöße zwischen den türkischen und griechischen Bevölkerungsteilen auf Zypern, die auch Spannungen zwischen den NATO-Mitgliedern Türkei, die wieder mit einer Intervention drohte, und Griechenland auslöste (danach Abzug griechischer Truppen und Ausweisung von Grivas). Die türkischen Zyprer bildeten eigene Streitkräfte als Gegengewicht zur griechisch-zyprischen Nationalgarde; im Dezember 1967 richteten sie eine »Provisorische türkisch-zyprische Verwaltung« ein. Nach der Wiederwahl von Präsident Makarios (Februar 1968) wurden im Juni 1968 Verhandlungen zwischen R. R. Denktasch und G. Klerides u. a. über politisches Mitspracherecht und Selbstverwaltung der Zyperntürken aufgenommen. Gestützt auf die neu organisierte E. O. K. A. (E. O. K. A. II, auch E. O. K. A.-B) begann der inzwischen heimlich nach Zypern zurückgekehrte Grivas Anfang der 70er-Jahre einen Kleinkrieg gegen die Regierung. Unterstützt von der Militärjunta in Griechenland und der E. O. K. A. II, putschten Offiziere der griechisch-zyprischen Nationalgarde am 15. 7. 1974 gegen Makarios, der ins Ausland floh. Der Putsch brach mit der Entsendung türkischer Truppen nach Zypern am 20. 7. 1974 zusammen; in Griechenland stürzte die Militärdiktatur. Trotz zweier in Genf vermittelter Waffenstillstandsvereinbarungen besetzten die Streitkräfte der Türkei bis 16. 8. 1974 das nördliche Zypern etwa bis zur Linie Lefka-Nikosia-Famagusta (ursprünglich von den Türken häufig »Attila-Linie« genannt). Die militärischen Ereignisse führten zur Teilung der Insel und Nikosias; durch Flucht und Vertreibung von rd. 160 000 griechischen Zyprern aus dem Norden, in den nun auch die in anderen Enklaven lebenden türkischen Zyprer umgesiedelt wurden, entstanden ethnisch nahezu geschlossene Siedlungsgebiete der beiden Volksgruppen. Im türkisch besetzten Teil wurde am 13. 2. 1975 einseitig der »Türkische Föderationsstaat von Zypern« unter der Führung von Denktasch ausgerufen.
 
Im Dezember 1974 zurückgekehrt, übernahm Makarios erneut die Präsidentschaft. Nach seinem Tod (1977) wurde Spyros Kyprianu (* 1932, ✝ 2002; DISY) sein Nachfolger. Verhandlungen über die Beilegung des Verfassungskonfliktes auf Zypern und die Wiederherstellung seiner staatlichen Einheit scheiterten bisher, sowohl die direkten Gespräche zwischen den beiden Volksgruppen (zahlreiche Runden seit 1968) als auch Bemühungen auf internationaler Ebene, so die Genfer Zypernkonferenz (15. 7.-3. 8. 1974; Großbritannien, Griechenland, Türkei) der Garantiemächte des Zypernabkommens. In einer Resolution forderte die UNO 1978 den Rückzug der türkischen Truppen von der Insel. Nachdem Präsident Kyprianu 1981 den türkisch-zyprischen Vorschlag zur Bildung einer Konföderation aus zwei Staaten abgelehnt hatte, proklamierten die türkischen Zyprer am 15. 11. 1983 die »Türkische Republik Nordzypern«: einen eigenen Staat (Präsident Denktasch; Wiederwahl 1985, 1990 und 1995, zuletzt 2000), den aber nur die Türkei anerkannte. 1985/86 legte UN-Generalsekretär J. Pérez de Cuéllar Pläne zur Verfassung und zur staatlichen Einigung vor. Die am 5. 5. 1985 im türkisch-zyprischen Teil (Nordteil) durch Volksentscheid angenommene Verfassung hielt die Umwandlung Zyperns in einen Bundesstaat offen. Im Juli 2000 kam es erstmals zu Massenprotesten der Zyperntürken gegen ihre Regierung (vordergründig wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten, aber auch wegen der politischen und wirtschaftlichen Isolation des türkischen Nordens); Denktasch hatte zuvor einseitig den seit März 1964 auf Zypern stationierten UN-Truppen die Bewegungsfreiheit an der Demarkationslinie von 1974 eingeschränkt. Eine Anfang Juni 2001 gebildete Regierung aus UBP und DP will die Beziehungen zur Türkei weiter ausbauen.
 
Im griechisch-zyprischen Teil wählte die Bevölkerung 1988 Georgios Vassiliu (* 1931; von der AKEL gestützt), am 14. 2. 1993 Klerides (DISY) zum Präsidenten der Republik Zypern (Wiederwahl am 15. 2. 1998). Innenpolitisches Hauptproblem blieb die Herstellung und Gestaltung der staatlichen Einheit Zyperns. 1990 stellte die Regierung Vassiliu den Antrag auf Aufnahme Zyperns in die Europäische Gemeinschaft. Vermittlungsbemühungen der UNO sowie weitere Initiativen zur Überwindung der Teilung Zyperns scheiterten. Die Republik Zypern mit Präsident Klerides an der Spitze wird nach wie vor von der Völkergemeinschaft als alleiniger zyprischer Staat anerkannt. Mit der Begründung, ihre militärische Unterlegenheit gegenüber der türkisch-zyprischen Seite auszugleichen, beschloss die zyprische Regierung im Januar 1997 den Ankauf russischer Luftabwehrraketen vom Typ S-300, was zu neuen schweren Spannungen mit der Türkei führte. Nach den Parlamentswahlen Ende Mai 2001 stellte die Siegerin, die (euro)kommunistische AKEL, erstmals den Parlamentspräsidenten. Aufgrund des Präsidialsystems (seit 1969) konnte Klerides die Regierungsarbeit fortsetzen.
 
Zypernkonflikt:
 
In den von den UN ab 1984/85 und 1988-92 geführten, seit 1993/94 verstärkten und 1997 wieder neu aufgenommenen Vermittlungsversuchen zur Lösung des Zypernkonflikts (»Volksgruppengespräche«) wird die Überwindung der Teilung und der Ausgleich zwischen Zyperngriechen und Zyperntürken gefordert. Der angestrebte EU-Beitritt Zyperns (Aufnahmeantrag in die EG Juli 1990) und die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen am 31. 3. 1998 riefen zwar neue Spannungen hervor; seit 1998/99 bemühen sich aber sowohl Griechenland als auch die Türkei verstärkt um Versöhnung. Der türkische Norden bildete noch 1998 mit der Türkei eine Freihandelszone. Seit dem EU-Reformgipfel von Nizza vom Dezember 2000 gilt Zypern als aussichtsreicher Kandidat für die nächste EU-Erweiterung (ab 2003); dabei drängt die EU aber auf die Überwindung der Teilung der Insel, ohne dies jedoch zur Vorbedingung für die Aufnahme zu machen. Der UN-Sicherheitsrat hatte beide Volksgruppen am 29. 6. 1999 aufgefordert, noch 1999 in Verhandlungen über zukunftsträchtige Regelungen zu treten. Nach einem stillen Wandel in der Zypernpolitik der Türkei Ende 2001 wird von den am 21. 1. 2002 - nach ergebnislosen drei Runden von 1997 bis Juli 2000 - unter UN-Ägide aufgenommenen neuen Gesprächen über die Wiedervereinigung endlich ein Durchbruch erhofft. Substanzielle Fortschritte wurden bisher allerdings immer wieder durch die Forderung der Zyperntürken nach Anerkennung der »Türkischen Republik Nordzypern« verhindert; diese wurde nun fallen gelassen. Wegen des Zypernkonflikts blockierte Griechenland auch lange Zeit das Abkommen zur Vorbereitung der Türkei auf die Aufnahme in die EU (Partnerschaftsvertrag vom Dezember 2000).
 
 
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Zy|pern; -s: Inselstaat im Mittelmeer.

Universal-Lexikon. 2012.

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